rbb - Landschleicher

Hildegard Kappelmeyer (geb. Muschan) wurde am 30.12.1901 in Rathenow geboren, sie betrieb dort ein Handarbeits- und Kunstgewerbegeschäft. Am 20. März 1944 heiratete sie den Juristen Fritz Muschan (21.3.1896-15.1.1947), der im Mai 1945 als Staatsanwalt in Rathenow eingesetzt, dann im September 1945 denunziert und verhaftet wurde. Muschan kam ins NKWD "Speziallager" Nr. 5 nach Ketschendorf und verstarb dort im Januar 1947. Seine Frau begann im April 1945 Tagebuch zu schreiben, ihr letzter Eintrag stammt vom Januar 1954. Nachdem sie Gewißheit über den Tod ihres Mannes erlangt hatte, versuchte sie Anfang 1952, nach West-Berlin zu fliehen, und wurde dabei verhaftet. Im August 1953 wurde sie nach West-Berlin entlassen und lebte später in Heidelberg und Bad Harzburg, wo sie 1989 verstarb. Das Tagebuch von Hildegard Muschan setzt im März 1945 ein und reicht bis zu Ihrer Verhaftung im Januar 1952. Nach ihrer Entlassung und Ausreise in die Bundesrepublik hat sie bis 1954 weiter Tagebuch geführt.

Hildegard Muschan
Rathenow
Alltag, Volksbegehren 1948

Hildegard Muschan nach ihrer Entlassung aus DDR-Haft am 30.8.1953 in Berlin-Wannsee

20.5.
Vormittags war ich recht abgespannt von den Strapazen der Reise. Als Mittagbrot gab es dicken Milchreis u. Kartoffelpuffer. Nachmittags machte ich noch Besorgungen u. ging zu Ramins rauf. Dort erfuhr ich, daß Mieke in Deggendorf war. Der Abend verlief ganz ruhig zu Hause. Im Waldschloß ist eine Veranstaltung Volksbegehren.
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Volksbegehren 1948

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